Rahmen für das Bild aus dem Felde (31)

Nach und nach wurde die Stellung ausgebaut.
Mit Hilfe von Türen und Brettern aus den Häusern des langgestreckten Ortsteils Kamion Nord wurden winzige Unterstände gebaut, schwacher Draht- und Astverhau angelegt.
Ich selbst lag mit dem Feldwebel und dem Sanitätsunteroffizier in dem kleinen aber sauberen Haus dicht am Graben. Der Besitzer muß ein Schuster gewesen sein, nach den vorgefundenen Werkzeugen.

Die Weichselniederung bis Warschau ist früher einmal von deutschen Leuten besiedelt worden. Alles saubere Häuser mit Kochherden und daneben kleinen Behältern für Vorräte, mit besonders herrlichem Sauerkohl. Auch viel Fleisch war in Tonnen gepökelt eingegraben, wir fanden das nach und nach beim Schürfen. Dazu sehr viele gut gegen Kälte geschützte große Kartoffelmieten. Einige Hühner waren noch da, schon etwas verwildert, wurden gefangen und verputzt, ebenso einige Ferkel.
Die Bewohner waren schon nach rückwärts abgeschoben. Die Gartenzäune bestanden aus über Kreuz gestellten Stücken von gespaltener Mooreiche, ganz hart, kaum zu zersägen. Das gab bestes Brennholz.
Einige glatte Stücken habe ich später mir gesichert, davon sind die 2 Rahmen zu den 2 Bildern gefertigt, den Rahmen für das Bild aus dem Felde, gemalt von Hauptmann Schmidt – Huth im Pelz am Faß – hat bei der Bagage, damals mit Behelfswerkzeugen so schön glatt und fest gesägt, der Gefreite Seelig der 2. Kompanie gefertigt, das Glas stammt von einem Madonnenbild.
Im Vergleich dazu ist der andere Mooreichenrahmen (Balzender Auerhahn) etwa 1921 in Zeitz in einer Tischlerei gefertigt eine Schundarbeit.
Auf der Dorfstraße von Kamion Süd lag noch ein etwa 5 m langer Stamm einer Mooreiche, schade daß wir den nicht haben abschleppen lassen.


Popularity: 2% [?]

Share
You can leave a response, or trackback from your own site.

Leave a Reply