Morgens am 24. 12. 1914, es war gegen 3 Uhr, plötzlich Alarm, alles fertig machen. Abrücken. Auf schmalen Sandwegen ging es durch Wald und Felder. Wohin wußten wir nicht. Als die Berittenen nach vorn befohlen wurden, konnte mein Zossen, ein ganz fauler, kaum an den Marschkolonnen vorbei. Bei der Besprechung erfuhren wir, daß wir eingesetzt [...]
Archive for März, 2008
Faul und feige (28)
An den folgenden Tagen richteten wir uns einigermaßen in unserem Quartierort Lacziska ein. Ich fand in einem Häuschen ein sauberes Bett und für die Bagage einen geräumigen Hof mit großer Scheune, wo ich auch die Weihnachtsfeier halten wollte. Schön hätte ich mit der ganzen Kompanie am Lichterbaum singen können, denn Lichter hatten wir von Chruslin [...]
Das Eiserne Kreuz II. Klasse (27)
Nichtsnutz war auch Vollstrecker von Gewaltkuren, die ich verordnete. Als im Januar 1915 viel Durchfall herrschte, kochte er große Töpfe von Bolus alba mit etwas Kakao, und dann wurde zugweise angetreten und jeder, ob krank oder gesund bekam einen Becher davon eingeflößt. Ebenso verzapfte er im Sommer 1915 Darmkranken eine ½ Flasche des herben Rotweins mit [...]
In den Dünen bei Mlodzieszyn (26)
Als ich am 4. 2. nach Wiedernahme des Ostausgangs von Kamien Süd weiter rangekrochen war auf einen kleinen Sandhügel, war der Nichtsnutz natürlich neben mir. Nach Abschießen der III Leuchtpatrone beharkten uns die Russen mit 3 Maschinengewehren, der Sand spritzte nur so von dem Gipfel des Sandhaufens, hinter den wir etwa 2 Meter zurückgekrochen waren.
Kapitulation von Nowo Georgiewsk (25)
Am Morgen der Kapitulation von Nowo Georgiewsk gab es Götterspeise, die jedem, der vor der Feldwebelhütte rasiert wurde, löffelweise eingefüllt wurde. Einmal mäkelten meine Leute, sie hielten die Röhren, aus denen man der Rinderbrust nach dem Garkochen die Knochen ausgelöst hatte, für Schlund- oder Darmstücken. Gut, sagte ich, wenn ihr das nicht wollt, werde ich [...]
Mein Bursche „Nichtsnutz“ (24)
Bei dem Gut mit schönem Schloß Gizyre querten wir die von Gabin nach Sochaczew führende Chaussee und kamen nun auf einen grundlosen Wiesenweg. Die Pferde konnte die Feldküche nicht mehr vorwärtsbringen. Da das Essen gar war ließ ich abfüttern und dann ging es mühsam weiter bis dicht vor die Sumpfhöhen von Budy Stary-Lapska. In einigen [...]
Auf Feldwegen, durch Dörfer, die vom Kriege unbehelligt waren (23)
Als wir zwei Kompanien befehlsgemäß um 4 Uhr Nachmittag des 17. 12. 1914 uns an der Kirche Chruslin einfanden, ebenso die Maschinengewehr-Kompanie unter Oberleutnant Soost, die auch dorthin befohlen war, war von unserem Regiement nichts zu sehen und zu hören. Unser Battallionsführer, der blöde Schulmeister Hauptmann Wolff hatte das einfach vergessen. Kein Mensch der dort [...]

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